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Uckermark - Einfach schön!

Zu Besuch bei Anja Müller und Ruben Ziemann von RUBJAS LEIBSPEISEN

Im Winter 2021/22 haben sie geplant und seit 22. Mai 2022 gibt es in der Uckermark RUBJAS LEIBSPEISEN von RUBen Ziemann und AnJA Müller. Der Ernährungsberater und die Lebensmitteltechnologin bieten in ihrem Foodtruck das, was sie selbst mögen

Im Winter 2021/22 haben sie geplant und seit 22. Mai 2022 gibt es in der Uckermark RUBJAS LEIBSPEISEN von RUBen Ziemann und AnJA Müller. Der Ernährungsberater und die Lebensmitteltechnologin bieten in ihrem Foodtruck das, was sie selbst mögen: Essen, das gute Zutaten enthält und gut schmeckt und dabei auf tierische Bestandteile verzichtet. Und „zum Nachtisch“ gibt es bei ihnen Gespräche, Begegnungen und viele Erlebnisse zwischen Havel und Oder.

Rubja‘s Leibspeisen
Anja Müller + Ruben Ziemann
Küstrinchener Str. 1
17268 Templin/OT Gandenitz

www.rubjasleibspeisen.metro.rest

Das türkisfarbene Mobil mit dem großen Burger auf dem Verdeck steht auf dem Hof, als würde es ebenso innehalten wie die Natur in diesen Wochen. Der auffällige Truck ist viel herumgekommen in den vergangenen Monaten, doch auf den Märkten, Campingplätzen und an den Badestellen, an denen er Station gemacht hatte, ist es spätestens seit dem Ende der Oktoberferien still geworden. Winter in der Uckermark. Vor genau einem Jahr war er für Anja Müller (27) und Ruben Ziemann (28) vor allem die Zeit für Pläne und Träume. Nach zwei Jahren, in denen Corona und andere Unwägbarkeiten für Unsicherheiten sorgten und viele Entscheidungen über den Haufen warfen, rechneten sie und probierten und kochten. Ihr Ziel: Mit veganem Essen aus einem Foodtruck die Mägen und Herzen der Uckermärker und ihrer Gäste erobern. Wird das hier funktionieren? Nach der ersten Saison treffen wir uns zu einem Gespräch, schauen für ein Winterfoto beim Truck vorbei und blicken gemeinsam zurück.

Eure Geschäftsidee war also, ich nenne es jetzt mal so, „veganes Essen auf Rädern“. Wie seid Ihr darauf gekommen?

Ruben: Zunächst war es wie bei vielen Geschäftsideen und Unternehmensgründungen: Was man sich selbst wünscht, aber nicht bekommt – das macht man selbst. Marktlücke nennt man das wohl. Und das war bei uns: Abwechslungsreiches, leckeres veganes Essen. Wir selbst ernähren uns schon länger rein pflanzlich und das Angebot hält sich hier in Grenzen. Das hat manchmal genervt und uns auf die Idee gebracht, es selbst zu versuchen. Ohne Konkurrenz, denn gutes veganes Essen ist hier noch eine Nische. Anders als in Berlin, wo ich erste Erfahrungen in einem veganen Restaurant gesammelt hatte. Die zweite Entscheidung war, Produkte anzubieten, die aus hochwertigen Zutaten, wenn möglich aus biologischem Anbau aus der Region bestehen und die einfach gut schmecken. Dann isst man nicht vordergründig vegan, sondern gesund, genussvoll und gut.

Anja: Wir probierten, bis uns unsere Burger geschmeckt haben. Familie und Freunde waren unsere Testesser. Und wir haben entschieden, es nicht stationär in einem Bistro oder Bioladen zu versuchen, sondern mobil mit einem kleinen Foodtruck. So stellte sich nicht die Frage nach dem einen geeigneten Standort, denn wir würden ja flexibel sein. Fest an einem Ort hätten wir uns nicht getraut, die Unsicherheit, wie unser Angebot angenommen wird, wie die Kunden reagieren, war uns zu groß.

Ruben: Wir haben also ein geeignetes Auto gesucht – und in Niedersachsen auch gefunden. Ein umgebautes Postauto, dass gut zu dem passte, was wir damit machen wollten. Dass der Verkäufer mit einer ganz ähnlichen Geschäftsidee – einem mobilen Imbissangebot mit inzwischen mehreren Fahrzeugen – aktiv ist und uns viele wertvolle Tipps geben konnte und auch wollte, war ein Glücksfall. Wir haben das Auto noch einmal umgebaut, so dass wir dank einer Solaranlage auf dem Dach autark an jedem Standort arbeiten können.

Anja: Wir sind bei der Planung übrigens noch ganz fest davon ausgegangen, dass wir regelmäßig Touren nach Berlin machen werden. Zur Sicherheit, weil wir wussten, dass wir dort einen Markt haben.

Und, wie oft wart ihr dort?

Ruben: Nicht ein einziges Mal. Wir waren ausschließlich hier in der Region unterwegs.

Musstet Ihr nicht nach Berlin fahren, weil viele Berliner hier in der Uckermark waren?

Anja: Auch, ja. Wir starteten kurz vor Himmelfahrt und Pfingsten. Da waren schon viele Urlauber hier, die Ferienwohnungen waren gut gebucht, auf den Campingplätzen ging die Saison richtig los, Radfahrer und Wanderer waren unterwegs. Darunter natürlich auch viele Menschen aus der Hauptstadt. Wir haben dann Woche für Woche unsere Touren zusammengestellt – und haben schnell gemerkt, dass die Nachfrage nach unserem Essen hier in der Region groß ist, so dass wir den ursprünglichen Gedanken Berlin schnell gestrichen haben.

Ruben: Das hätten wir auch gar nicht geschafft – an vielen Tagen ging es früh um acht los, dann waren wir acht bis zehn Stunden unterwegs und abends war nicht vor 22 Uhr Feierabend.  Manchmal haben wir bewusst einen, zwei Tage Pause eingelegt, um wirklich mit guter Qualität und gutem Gefühl die gesamte Saison durchhalten zu können.

Anja: Es war schnell klar, dass Ferien und Feiertage für uns die wichtigsten Geschäftstage sind. Und darauf haben wir uns eingestellt.

Bei Euch gibt es, so sagt es der Name, Eure Leibspeisen. Verschiedene Burger, die als „Klappbrötchen“ auf der Karte stehen, Wraps, Döner, Pommes. Alles ohne Fleisch. Wer kommt zu Euch an den Wagen? Wer sind Eure Kunden?

Ruben: Das ist ganz unterschiedlich. Und das macht es auch so interessant und spannend. Weil wir beim Thema Berlin waren: Berliner kennen ein breites Angebot an veganem Essen ganz unterschiedlicher Ausrichtung. Wenn die zu uns kommen, freuen sie sich über dieses Angebot, vergleichen vielleicht mit dem, was sie bisher kennen. Ihnen wäre es sonst hier wahrscheinlich ebenso gegangen wie uns: Es wäre schwierig geworden, vegane Angebote zu finden.

Anja: Andere sind einfach neugierig, wollen mal probieren – und da ist die Hemmschwelle an der Luke unseres Autos in ganz lockerer Atmosphäre natürlich niedriger, als wenn ich irgendwo reingehen und bestellen muss. Das ist ja auch eines unserer Ziele, dass wir allen den Zugang zu leckerem pflanzlichem Essen ermöglichen. Und wieder andere haben schlicht Hunger und kaufen dann eben mal einen Burger, auf dem kein Fleisch liegt. Der aber ganz lecker aussieht und riecht und schmeckt… Einige sind sich nach dem Essen nicht mal ganz sicher gewesen: Das war jetzt also kein Fleisch? Nein, war es nicht.

Passt Euer Angebot zu dieser Region?

Ruben: Wenn damit gemeint ist, ob es zu den Menschen passt, die hier leben oder hier Urlaub machen: Ja. Die Uckermark steht doch für Natur und Natürlichkeit, wer herkommt, der sucht meist genau das, ist achtsam mit sich und mit dem, was ihn umgibt. Und dazu gehört auch eine bewusste Ernährung. Wer auf einen Naturcampingplatz fährt, durch die Landschaft wandert und radelt, in natürlichen Badeseen schwimmt, zu dem passt unser Essen wunderbar.

Anja: Unser Angebot ist nicht nur vegan, wir setzen so viel es geht auf Produkte aus der Region, auf Bio-Qualität, auf gute Verarbeitung. Salat und Gemüse kommen unter anderem vom Bio-Hof Kepos in Altglobsow, unsere Burgerbuns bäckt Julien Strittmatter in der Lychener Handwerksbäckerei. Ohnehin ist uns der Kontakt zu anderen Anbietern und Produzenten in der Region sehr wichtig. So hatte uns die Hofbrauerei „Die braut“ in Stegelitz eingeladen, da sind wir fast überrannt worden, das waren wunderbare Begegnungen, die wir in der nächsten Saison ausbauen werden. Dazu beigetragen hat auch der Regionalmarkt Uckermark am 3. Oktober. Es folgten noch ein paar sehr sonnige Tage während der Oktoberferien und dann wurde es wirklich merklich ruhiger. Für uns wurde es Zeit, das Auto auf den Hof zu fahren. Wir sind wirklich zufrieden, wie die erste Saison für uns lief, es ist unsere Möglichkeit, hier als junge Unternehmer tätig zu sein. Und wir freuen uns auf das kommende Frühjahr.

Wann geht es wieder los?

Anja: Ende April, Anfang Mai sind wir wieder unterwegs. Die Erfahrungen dieses Sommers werden in unser Angebot des kommenden Jahres einfließen: Wir werden ein paar Angebote mehr haben, die wir schon zu Hause vorbereiten, verschiedene Salate zum Beispiel. Damit kann auch die Wartezeit besser überbrückt werden, bis der frisch zubereitete Burger fertig ist. Wir haben Erfahrungen mit Mengen, Nachfragen, Abläufen und der Besonderheit von Standorten sammeln können. Darauf bauen wir auf und darauf freuen wir uns.

Fährt das Mobil mit „Rubja`s Leibspeisen“ auch in fünf oder zehn Jahren noch durch die Uckermark?

Ruben: Ein Mobil mit so einem Angebot könnte überall auf der Welt unterwegs sein und leckeres Essen verkaufen. Aber wir denken schon, dass wir es weiter hier tun werden. Vielleicht ist auch etwas ganz Neues am Standort Gandenitz im Entstehen. Wir probieren gerade mit einem eigenen Nuss-Mus und vielleicht können und werden wir dort noch ganz andere Dinge produzieren. Das ist noch ein bisschen Zukunftsmusik. Die Angst, dass Gandenitz zu abgelegen sein könnte, haben wir nicht, denn wir denken, dass die Leute kommen, wenn das Angebot stimmt. Das konnten wir an vielen Orten selbst erfahren. Kleine Feste und Festivals, das mobile Kino, Märkte, Treffen – das zieht Menschen an, so etwas passt zur Uckermark und auch zu uns und zu dem, was wir machen. Wir hoffen, dass sich in den nächsten Jahren noch viel entwickelt und wir mittendrin sein können.

+++

Interview geführt von Birgit Bruck

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