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Zu Besuch im BIO-DELI-MARKT 3 HASELNÜSSE in Templin bei Inhaberin Jenny Lücke

Seit März 2018 gibt es in der Templiner Pestalozzistraße, nur wenige Schritt vom Markt mit dem Historischen Rathaus entfernt, den Bio-Deli-Laden „3 Haselnüsse“.
Bio-Deli-Markt 3Haselnüsse

Seit März 2018 gibt es in der Templiner Pestalozzistraße, nur wenige Schritt vom Markt mit dem Historischen Rathaus entfernt, den Bio-Deli-Laden „3 Haselnüsse“. Für Jenny Lücke, die vor 15 Jahren aus Berlin in die Uckermark kam, ist er auch, aber viel mehr als ein Feinkostladen im wahrsten Sinne des Wortes: eine Herzensangelegenheit, ein sozialer Ort, Mittelpunkt eines Netzwerks. Wo man gut und gern essen und trinken, einkaufen und miteinander reden kann.

3 Haselnüsse – Bio-Deli-Markt
Inh. Jenny Lücke
Pestalozzistraße 2
17268 Templin

www.3haselnüsse.de

Es ist Mittagszeit, die handgeschriebene Tafel auf dem Tresen verrät, dass es „Gefüllte Zucchini mit Sonnenblumensalsa“ gibt und „Ofenrostgemüse mit Kapernvinaigrette“. Zum hier essen oder zum Mitnehmen. Die Gäste an diesem Spätsommertag machen beides, es ist ein entspanntes Kommen und Gehen. Die Kaffeemaschine zischt, Jenny Lücke und ihre Mitarbeiterinnen verpacken Kuchen und Salate in Papp-Kistchen, eine Bestellung für ein Catering. Eine junge Kollegin, die sie gleich ausliefern wird, ruft, bevor sie geht, lachend etwas vom „besten Arbeitsplatz der Welt“. Ein älterer Herr mit Stoffbeutel in der Hand steht fast vorsichtig in der Tür und fragt nach Gelierzucker. Die 43-jährige Inhaberin weist ihm den Weg zu den Regalen und setzt sich, um ein paar Fragen zu beantworten.

Templin ist Kurort und traditionsreicher Urlaubsort. Waren das Gründe, ausgerechnet hier „3 Haselnüsse“ zu eröffnen?

Zumindest nicht vordergründig. Ich hatte in Berlin in einem familiär geführten Bioladen gearbeitet und wusste, dass ich so etwas hier auch machen wollte. Und weil hier mein Lebensmittelpunkt ist, weil ich hier Yoga-Kurse gebe, weil hier die Schulen sind, weil ich hier Menschen kenne, war es für mich einfach logisch, diesen Laden in Templin zu eröffnen. Aber direkt und indirekt spielt natürlich auch die Tatsache eine Rolle, dass Templin eine Stadt mit vielen Gästen und Urlaubern ist.

Inwiefern?

Weil Templin als Stadt nur deshalb so ist, wie sie ist, weil auch Menschen von außerhalb hierherkommen. Vor allem in den Sommermonaten, aber auch im Rest des Jahres. Dadurch haben sich viele Angebote entwickelt, die die Stadt lebenswert machen, für Uckermärker und Gäste gleichermaßen attraktiv. Ganz sicher ziehen Menschen auch deshalb dauerhaft hierher. Natürlich profitiere ich mit einem Feinkostladen von der Urlaubssaison. Menschen im Urlaub haben ein anderes Einkaufsverhalten, gehen Essen und Kaffeetrinken. Es werden Spezialitäten probiert, die im Alltag vielleicht nicht gekauft werden, aber im Urlaub möchte man es sich gut gehen lassen und genießen. Da wird eine Käsesorte gekauft, weil sie gut aussieht und gut schmeckt, der Preis spielt erstmal nicht so eine Rolle. Es geht mehr um das Vergnügen als um die Notwendigkeit. Darauf stelle ich mich mit meinem Angebot ein. Um beim Käse zu bleiben: Ja, ich habe in der Saison mehr Sorten in der Auslage. Und die werden auch gekauft.  

Aber „3 Haselnüsse“ ist ja ein Ganzjahresbetrieb?

Ja, ich sehe mich wirklich als Feinkostladen, mit gesunden, ausgewählten Produkten, die es hier zu kaufen gibt, und mit denen ich auch leidenschaftlich gern koche und backe. Für alle. So gibt es das ganze Jahr täglich außer sonntags unseren Mittagstisch. Und es sind immer mehrere Kuchen und Torten im Angebot. Ich probiere sehr gern neue und alte Rezepte aus und variiere sie. Wir haben Stammgäste, viele Templiner, die regelmäßig hier einkaufen, einen Kaffee trinken oder Mittagessen abholen. Wir liefern auch aus. Und auch Urlauber kommen gern wieder. Nicht selten erleben wir, dass Menschen, die zum Beispiel eine Woche hier sind, jeden Tag zu uns kommen. Sie haben gute Erfahrungen gemacht und wollen dieses Erlebnis wiederholen. So entstehen richtige „Urlaubsbekanntschaften“, man redet miteinander, wir beantworten Fragen und geben gern den einen oder anderen Tipp. Die Urlauber kommen bei uns auch untereinander ins Gespräch und tauschen sich aus. Einmal bekamen wir sogar Post, in der uns eine Urlauberin nachträglich um ein Rezept bat. Mit frankiertem Rückumschlag.

Welche Rolle spielen die touristischen Unterkünfte für das Geschäft?

Für uns sind es vor allem Catering-Aufträge, die wir von Hotels oder anderen Locations bekommen. Das kann ein Seminar oder ein Vorstandstreffen sein, oder wir liefern das Essen für Film- und Fotoshootings. Da funktioniert viel über Empfehlungen von zufriedenen Kunden. Das gilt auch für Hochzeiten. Demnächst gestalten wir Büfetts für die achte Hochzeit in diesem Jahr, da geraten wir auch schon mal an die Grenzen unserer Kapazität. Aber wir machen es gern – und wie Feedback und neue Bestellungen uns zeigen, machen wir es offenbar auch gut. Für Urlauber oder natürlich auch für Templiner, die vielleicht Besuch erwarten, statten wir auch ein komplettes Picknick aus. Mit Decke und Korb und Essen und Trinken nach Wahl. Das reicht vom belegten Brot über unsere Mittagsgerichte bis zu verschiedenen süßen und pikanten Spezialitäten.

Apropos Kapazitäten. Mit wie viel Mitarbeitern ist dieses Pensum zu schaffen?

Aktuell habe ich sechs Angestellte. Zwei Teilzeitkräfte, drei Aushilfen und seit August erstmals eine Auszubildende. Eine Abiturientin aus Templin, die Einzelhandelskauffrau werden möchte. Das macht viel Spaß, da kommen neue Impulse, das kann ich nach der kurzen Zeit schon sagen. Sie meinte zum Beispiel, dass wir unbedingt bei der App „To Good To Go“ mitmachen sollten, bei der es darum geht, übrig gebliebene Lebensmittel in einer „Überraschungstüte“ preiswert zu verkaufen, statt sie wegzuwerfen. Finde ich gut, das entspricht sehr meinem Anliegen. Darum wird sie sich selbständig kümmern.

Jetzt geht auch in Templin die Sommersaison langsam zu Ende. Wie macht sich das bemerkbar?

Wir merken natürlich, wenn die Sommerferienzeit zu Ende ist. Jetzt kommen mehr Gäste ohne Kinder, viele Radtouristen sind noch unterwegs, die auch gern bei uns halt machen. Das geht so bis zu den Oktoberferien. Danach gibt es wirklich einen Cut, es wird deutlich ruhiger, die Nachfrage lässt dann auch bei uns nach. Dann setzen wir auf unsere Kunden aus Templin und Umgebung und auch darauf, dass es immer mehr Menschen gibt, die die Region als Ganzjahresziel entdecken und schätzen. Für die ist es wichtig, dass es auch im Herbst und Winter Angebote gibt, in der Gastronomie, aber auch kulturell. Im Sommer ist ja eine Menge los, Festivals, Dorfkirchen, Konzerte, aber dann wird es dünner. Sicher, wir haben die Therme und das MKC, aber ich wünsche mir noch mehr kleinteilige Angebote in der ruhigeren Zeit, Tanz, Theater, Lesungen.

Da sind wir schon fast bei einem Blick in die Zukunft. Wie sieht diese Zukunft für „3 Haselnüsse“ aus, so in fünf oder zehn Jahren?

Ich wünsche mir, dass der Laden dann die sichere wirtschaftliche Basis ist für ein breiter gestecktes, komplexes Angebot, das im weitesten Sinne mit gesunder Ernährung und gesunder Lebensweise tun hat. Angebote in der Ernährungsberatung, Kräuterwanderungen, Kochen. Ein Dreiklang aus Natur, Kultur und Essen. Sich selbst etwas Gutes tun. Ich denke, dass das gut ist für die kleinen Fluchten aus dem Alltag und auch den Wünschen von Urlaubern entspricht, die in die Uckermark kommen. Dieses Konzept habe ich seit der Eröffnung im Kopf, aber ich weiß, dass es sich langsam entwickeln muss, dass es nur Schritt für Schritt geht. Dazu braucht es einen langen Atem, manchmal muss man sich auch durchbeißen. Aber es lohnt sich. Denn ich kann wirklich sagen: Ich liebe es zu tun, was ich tue.

Interview geführt von Birgit Bruck

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