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Uckermark - Einfach schön!

Exkursion ins Allgäu

Die Uckermark zu Besuch im Allgäu: zwei erlebnisreiche Tage mit viel Austausch und Programm zu den Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Biodiversität mit der Allgäu GmbH.

Für drei Kolleginnen der tmu Tourismus Marketing Uckermark GmbH sowie einen Vertreter der Naturparkverwaltung Uckermärkische Seen ging es vom 17. bis 18. Januar 2024 zum Erfahrungsaustausch ins Allgäu. Im Rahmen des bundesweiten Tandemprojektes „PraxisImpulse“ arbeiten wir als tmu GmbH mit den Touristikern der Allgäu GmbH nun schon seit Juli 2023 zusammen, bisher nur digital. Die Vor-Ort-Bereisung ist quasi der Höhepunkt, und mit eineinhalb Tagen vollem Programm hinterließ sie auf beiden Seiten bleibende Eindrücke und neue Impulse für die weitere Tourismus- und Regionalentwicklung. In dem Tandemprojekt geht es in erster Linie darum, die biologische Vielfalt in der Urlaubsregion für die Gäste erlebbar und erfahrbar zu machen. Bei der Bereisung kam dann die ganze Bandbreite an touristischen Themen auf den Tisch: von regionalen Produkten, über Mobilität und Besucherlenkung bis hin zu Klimaneutralität, Markenstrategie und Identität. Gemeinsamkeiten in den Herausforderungen aber auch Unterschiede in der Herangehensweise und Fokussierung wurden dabei deutlich.

Von links: Bernhard Joachim (Geschäftsführer Allgäu GmbH), David Seidler (Naturpark Uckermärkische Seen), Silke Rumpelt und Merith Sommer (tmu GmbH), Wolfgang Birk (Archehof Birk), Anet Hoppe (Geschäftsführerin tmu GmbH) vor dem Archehof Birk in Weitnau

Erster Stopp ist auf dem Archehof Birk in Weitnau. Hier halten Wolfgang und Barbara Birk alte, allgäutypische Haustierrassen: das Original Allgäuer Braunvieh, das Braune Bergschaf sowie das Augsburger Huhn. Die frisch geborenen Lämmerzwillinge sind natürlich das Highlight. Der Familienbetrieb versucht, durch Direktvermarktung, Hofführungen und Seminarbetrieb sich möglichst vielseitig aufzustellen sowie ressourcenschonend und mit Partnern vor Ort zu arbeiten. Während sie uns über den Hof führen, berichten sie natürlich auch von allerlei Hürden wie der Bürokratie oder der mangelnden Zahlungsbereitschaft einiger Gastronomen für ihr hochwertiges Fleisch oder der Diskussion um Klimaschutz in der Landwirtschaft. Frau Birk verköstigt uns den Tag mit leckeren hofeigenen Produkten. Bald wird das Sortiment noch größer. Dann soll die Milch direkt auf dem Hof zu Joghurt, Frischkäse etc. verarbeitet werden. Die Räumlichkeiten stehen schon bereit und müssen nur noch eingeweiht werden.

Der Seminarraum auf dem Archehof wirkt urig mit Holzboden, Holzmöbeln und Lehmputz an den Wänden. Bernhard Joachim, seit über 20 Jahren einer von zwei Geschäftsführern der Allgäu GmbH, berichtet aus seinem Erfahrungsschatz, insbesondere zur Marke Allgäu. Die Allgäu GmbH vereint Standort- und Tourismusmarketing. So werden die meisten Konzepte und Projekte nicht nur aus der Tourismusbrille gesehen, sondern das Allgäu wird als gemeinsamer Lebens- und Wirtschaftsraum betrachtet. Die Identifikation der Menschen mit ihrer Region ist sehr groß. Die Marke Allgäu spielt daher auch eine wichtige Rolle. Im Gegensatz zur Regionalmarke Uckermark ist sie an Qualitätskriterien gebunden. Sogar ein Sound wurde extra für sie komponiert.

Anschließend gibt uns Sebastian Hartmann (eza Energie- und Umweltzentrum Allgäu gGmbH) einen Einblick in das Bündnis klimaneutrales Allgäu 2030. Teilnehmende Unternehmen, Kommunen, Verbände, Vereine und Schulen verpflichten sich, schrittweise bis spätestens zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. Dafür erhalten sie Unterstützung bei der Erstellung ihrer CO2-Bilanz sowie eine Energieberatung vom Fachmann. Außerdem erhalten regionale Klimaschutzprojekte einen Zuschuss.

Wir könnten noch stundenlang weiterreden, aber draußen ist es schon finster und außerdem haben wir noch Tag zwei. Zudem steht das Abendprogramm für die Kinder der Familie Birk an… die Jüngste der Familie hat Geburtstag.

Wir übernachten in Kempten, ganz in der Nähe der Geschäftsstelle der Allgäu GmbH. Punkt 8 Uhr holt uns Laura ab. Mit ihr arbeiten wir im TandemProjekt und Dank ihres Organisationstalentes läuft auch der zweite, vollgepackte Tag reibungslos. Es geht nach Oberstdorf. An der Talstation der Bergbahn treffen wir auf zwei weitere Kollegen der Allgäu GmbH, eine Mitarbeiterin der Tourismus Oberstdorf und den Leiter des Naturparks Nagelfluhkette. Zu Neunt geht es mit der Bergbahn bis kurz unterhalb des Nebelhorn-Gipfels. Bei gutem Wetter kann man hier Drachen- und Gleitschirmflieger beobachten, wie später zu lesen ist, oder den Panoramaweg laufen. Bei starkem Wind und Schneegestöber bleibt uns (nur) die Bergbahnstation mit Panoramafenstern. Nur einen kurzen Stopp machen wir auf dem Gipfel des Nebelhorns auf 2.224 m Höhe. Von hier aus eröffnet sich ein 400 Gipfel-Panorama-Blick bis weit ins Alpenmassiv. Doch von der uns umgebenden Bergkette ist an diesem Tag aufgrund des Wolkennebels nichts zu sehen. Immerhin als Alex Haibel, Ranger im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen, zu uns stößt, entdecken wir sogar Gämsen und einen Steinadler. Einen ganz kurzen Spaziergang unternehmen wir doch. Die nahegelegene Iglu Lodge bietet in den Wintermonaten für rund 100 Tage Erlebnisübernachtungen in einer Schneehöhle, samt Bar und Sauna an – für die Gäste der Iglu Suite gibt es einen exklusiven HotTub – schon beeindruckend, aber auch etwas skurril.

Spannend war auch der Austausch mit Naturparkleiter Rolf Eberhardt, insbesondere im Hinblick auf die unterschiedliche Personal- und Finanzausstattung unserer Schutzgebiete. Auch bezüglich der Tourismusintensität gibt es deutliche Unterschiede: Oberstdorf mit 9900 Einwohnern zählt 2,6 Mio. Übernachtungen pro Jahr. Im Vergleich dazu kommen in der Uckermark auf 118.000 Einwohner ca. 1 Mio. Übernachtungen. Die Themen, mit denen sich beide Regionen beschäftigen, sind dennoch sehr ähnlich: umwelt- und nutzerfreundliche Mobilität, Besucherlenkung, Umweltbildung und Naturerlebnis sind hier nur einige Beispiele dafür.

60 % der Übernachtungen im Allgäu erfolgen im Sommer, 40 % in den Wintermonaten. Damit ist das Allgäu im Gegensatz zur Uckermark ganz klar eine Ganzjahresdestination und der Wintertourismus hat eine große Bedeutung. Trotz Regen- und Tauwetter im Tal waren in den höheren Lagen noch einige Skifahrer unterwegs. Und auch wir nutzten die Gelegenheit und sausten mit dem Rodel die Piste ins Tal zurück, gut 2 km kurvigen Weges bergab. Das gibt es dann doch nicht in der Uckermark.

Wir trafen auf Menschen, die mit Hingabe und Leidenschaft ihre Arbeit vorantreiben. Und man sieht sein eigenes Tun wieder einmal aus einer anderen Perspektive. Die Allgäu GmbH fährt einen ganzheitlichen Ansatz und setzt mehr strategische und konzeptionelle Schwerpunkte. Das sind sicher gute Impulse, die sich lohnen, mitzunehmen.

Weitere Informationen zur Allgäu GmbH unter:
www.allgaeu.de

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