Ferienhof „Zur Tabakblüte“ – Tourism for Future

In unserer Serie „Tourism for Future“ stellen wir nachhaltig wirtschaftende Tourismusunternehmen in der Uckermark vor. Diesmal führt sie uns ganz in den Osten der Uckermark.

Auf dem Ferienhof „Zur Tabakblüte“ verbinden sich Tourismus und Landwirtschaft in idealer Weise. Heidi und Jens-Uwe Dietrich leben in 4. Generation auf dem Hof in Friedrichsthal, gut 10 km nördlich von Schwedt. Von drei Seiten umschließt der Nationalpark Unteres Odertal den beschaulichen Ort und prägt damit das Leben der Dietrichs. Ganzer Stolz der gelernten Landwirte ist die kleine Herde tiefschwarzer Robustrinder der Rasse Black Welsh. Im Sommer grasen sie auf den Weiden im Nationalpark, im Winter fressen sie das Heu, welches Dietrich gemäß der Vogelschutzvorgaben der Nationalparkverwaltung mäht.

Im früheren Stall, wo auch Tabak und Heu lagerten, wurden drei Ferienwohnungen eingerichtet, rustikal mit viel Holz. „Den Gästen die Natur näherbringen sei ihr wichtig“, sagt Heidi Dietrich, „…aber viele erkennen sie nicht mehr selbst. Man muss sie ihnen zeigen.“ Jens Dietrich hat sich weitergebildet und bietet den Gästen nun als zertifizierter Natur- und Landschaftsführer verschiedene Touren an: Eisvogel, Biber, Wiesenbrüter – alles direkt hinter dem Hof. Ein Besuch bei den Rindern steht natürlich auch auf dem Programm. „Ich wünsche mir eine größere Wertschätzung der Landwirtschaft“, sagt Jens Dietrich. Er selbst trägt dazu bei: Neben der artgerechten Haltung steht die Direktvermarktung des Fleisches im Mittelpunkt. Ihn freut besonders, dass nicht nur die Gäste, sondern auch die Uckermärker selbst in seinem Hofladen einkaufen.

Die größte Herausforderung der Dietrichs ist, „immer am Ball zu bleiben und sich neu erfinden.“ Ihre neueste Erfindung: alte Traditionen aufgreifen und ein 4-Tages-Programm schnüren – fertig sind „Die Tabaktage“. Natürlich dürfen die Teilnehmer auch selbst Tabak ernten und zum Trocknen auffädeln. Auch bei Familie Dietrich ist die Corona-Krise nicht spurlos vorbeigegangen. Buchungen wurden über Wochen storniert. Derzeit wird keine Frühstücksversorgung angeboten. „Die Angst, dass man schließen muss oder gar selbst erkrankt, sitzt einem im Nacken.“, gibt Heidi Dietrich zu bedenken. Doch die aktuell hohe Nachfrage bei Übernachtungen stimmt positiv. Auch das Fleisch der letzten Schlachtung ging weg wie warme Semmeln.

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