Vogelfütterung und Futterknödel selber machen

Futterherz

Wenn der Boden gefroren ist und von einer dichten Schneedecke bedeckt ist, fällt es manchen Vögeln schwer etwas nahrhaftes zu finden. Diesen Winter blieb das bisher noch aus, aber trotzdem spricht nichts dagegen die kleinen Piepmätze bei der Futtersuche zu unterstützen. Die Auswahl an Vogelfuttermischungen für heimische Wildvögel in den Baumärkten ist inzwischen unüberschaubar und man kann wirklich viel Geld ausgeben und das machen wir auch, denn für viele ist eine Fütterung von Wildvögeln im Winter schon selbstverständlich geworden. So sieht man häufig Futterhäuschen oder Maisenknödel in Vorgärten und selbst auf kleinen Balkonen in der Stadt. Unlängst wurde auch in einer Studie bewiesen, dass das Beobachten von Vöglen uns Menschen entspannt und glücklich macht. Legen wir also etwas Futter aus, profitieren nicht nur Blaumeise, Kohlmeise, Sperling und Co.

Was man beachten sollte

Ein paar Dinge solltest du allerdings beachten, wenn du den gefiederten Freunden helfen willst. So kann man heimische Vögel grob in 3 Kategorien einteilen und dementsprechend Futter bereitstellen. Körnerfresser, die mit ihrem kräftigen Schnabel auch harte Schalen aufbrechen können, Weichfutterfresser und Allesfresser.

  • Weichfutterfresser: Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel, Star
  • Körnerfresser: Fink, Sperling, Zeisig, Gimpel/Dompfaff
  • Allesfresser: Meise, Specht, Kleiber

Körnerfresser bevorzugen grobe Körner, Weichfutterfresser lieben Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst. Einige Vogelarten – darunter etwa Meisen – fressen sowohl weiches als auch Körnerfutter. Sonnenblumenkerne mögen fast alle Vögel, sind also schon mal eine gute Basis und die ungeschälten haben sogar den Vorteil, dass die Vögel länger an der Futterstelle bleiben. Ansonsten eine große Tüte einer Freiland-Futtermischung deiner Wahl nehmen. Diese enthalten zusätzlich andere Samen in unterschiedlicher Größe, die von unterschiedlichen Arten bevorzugt werden. Für Weichfutterfresser kannst du zusätzlich Rosinen oder anderes Trockenobst, aber auch frisches Obst, Haferflocken und Kleie anbieten. Dabei solltest Du allerdings darauf achten, dass die Trockenfrüchte ungeschwefelt sind.

Tipp: Schau in der Küche mal die Schränke durch. Manchmal finden sich Packungen ganz hinten im Schrank die schon vergessen sind und in der sich schon Lebensmittelmotten eingenistet haben. Zu erkennen an Gespinst Fäden. Diese Lebensmittel sind nicht verdorben, aber für uns einfach eklig. Statt sie weg zu schmeißen, kann man sie in die Futtermischung einrühren. Die Vögel freuen sich über diese zusätzlichen Proteine in Form von kleinen Maden ganz bestimmt. Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen solltest Du nicht verwenden, diese sind nur für Tauben geeignet!

Der Futterplatz

Der Futterplatz sollte möglichst trocken sein, da Vögel feuchtes Futter nicht so gut vertragen und die Futterstellen sollten sauber gehalten werden. Am besten ist es, wenn man Futtersilos benutzt statt der üblichen Futterhäuschen in den die Tiere im Futter herumlaufen und es mit ihrem Kot verschmutzen. Als Ort zur Fütterung eignet sich am besten eine übersichtliche Stelle, so dass sich keine Katzen anschleichen können. Aber auch Möglichkeiten für eine Deckung vor Sperberattacken, wie Hecken oder Büsche, sollten in der Nähe vorhanden sein.

Der Meisenknödel


Sieht man kleine grüne Plasitiknetze im Baum hängen, weiß wohl ein jeder das hier ein Meisenknödel hing. Diese ist allerdings nicht unbedingt gut geeignet. Vogelarten wie das Rotkehlchen, können sich an diesem zum Beispiel gar nicht halten. Auch bleiben die leeren Netze manchmal einfach im Baum hängen oder fliegen, vom Wind getrieben durch den Garten. Hier werden sie zur Gefahr für Lebewesen die auf dem Boden leben oder zersetzen sich über Jahre hinweg in Mikroplastik.

Vogelfutter selber machen

Glücklicherweise findet man auch im Handel immer mehr alternativen zum Plastiknetz, zudem kannst du in wenigen Schritten auch selber etwas basteln. Sonntag Nachmittag einfach mal Futterringe basteln, ist eine tolle Beschäftigung und macht nicht nur den kleinen Spaß. Bei der Form, da kann sich jeder austoben und es gibt noch mehr Möglichkeiten, wie zum Beispiel Tassen, Blumentöpfe, Kokosschalen, Joghurtbecher oder auch Tannenzapfen. Plätzchen- und Silkonformen eignen sich für „Futterringe“ sehr gut.

Zutaten

Neben der Futtermischung benötigst du Fett. Hier kann man auf Schweineschmalz, Rinder- oder Hammeltalg vom Fleischer zurückgreifen oder man benutzt so wie wir Kokosfett. Bei dem Tierfett darauf achten das es nicht gesalzen oder anderweitig gewürzt ist.

Das Fett in einem Topf auf dem Herd langsam erwärmen bis es komplett geschmolzen ist. Achtung lass es nicht kochen oder zu Heiß werden. Wenn mehr als die Hälfte flüssig ist, kannst du die Wärmezufuhr schon abstellen, der Rest verflüssigt sich auch so. Als nächstes eure Futtermischung dazugeben und gut verrühren. Das Gemisch am besten wieder etwas abkühlen lassen und nun in deine Formen drücken. Bei Ausstechformen mit Alufolie eine Schale bilden, damit das warme Fett nicht weglaufen kann. Später allerdings darauf achten, dass wirklich keine Alufolie mehr am Futter klebt. Wenn du einen Trinkhalm oder Bleistift reinsteckst, hast du später auch ein Loch durch das du einen Bindfaden führen kannst. Alternativ kannst du einen Faden aus Naturfaser auch mit einarbeiten.

Vogelfutter in einer Kokusnussschale

Schön finden wir auch die Idee, die Futtermischung in Tassen abzufüllen. Diese kann man dann am Henkel draussen befestigen und immer wieder verwenden. Zusätzlich kann man ein kleines Stöckchen mit hineinstecken, an dem sich die Vögel später festhalten können. Nun alles Kühl stellen, so dass das Fett wieder fest wird. Wenn du die Futtermischung in einen Joghurtbecher oder eine andere Form gegeben hast, die du entfernen möchtest bevor es nach draußen geht, hilft etwas warmes Wasser.

Nun also nur noch ein schönes Plätzchen finden und den Piepmätzen zuschauen.

Was willst Du aus der Uckermark sehen?

Tourism for Future Videodreh flusslandschaft reisen Foto Silke Rumpelt

Wir waren überrascht und natürlich auch sehr glücklich, wie gut unsere monatliche Serie „Tourism for Future“ im letzten Jahr angekommen ist. Das Format sollte in erster Linie Menschen erreichen die selbst in der Uckermark leben. Ihnen zeigen wen und was es in der Nachbarschaft gibt und vielleicht den ein oder anderen Denkanstoß geben, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Zudem sollten andere Anbieter und politische Entscheidungsträger einen Einblick in die Unternehmensphilosophie, die vorhandenen Angebote und die Ansätze für einen zukunftsfähigen Tourismus bekommen.

Die 12 Videos der Serie findest du hier: Tourism for Future Übersichtsseite

Gerne hätten wir aber noch etwas mehr Feedback von Dir. Welches Video hat dir am besten gefallen? Welches war am interessantesten und bei welchem hattest du vielleicht sogar einen Aha-Moment. Freuen würden wir uns, wenn du hier einen Kommentar hinterlässt, es uns über die Sozialen Netzwerke mitteilst oder vielleicht ganz klassisch eine Mail schreibst.

Vielleicht interessiert dich aber auch etwas ganz anderes aus der Uckermark. Wir sammeln gerade Ideen dazu was wir in einer neuen Videoserie zeigen könnten und hier stehen wir allen Ideen ganz offen gegenüber. Was wurde noch nicht beleuchtet, hinterfragt, gezeigt? Möchtest du noch weitere Anbieter sehen oder lieber bestimmte Themen vertiefen? Interessiert dich, ob auch andere Unternehmer wie der Bäcker oder Handwerker vom Tourismus profitieren?

Schreib uns deine Anregungen per E-Mail an info@tourismus-uckermark.de

Gutshof Kraatz – Tourism for Future

Das letzte Video der Serie „Tourism for Future“ gibt einen Einblick hinter die Kulissen vom Gutshof Kraatz, Partnerbetrieb des Naturparks Uckermärkische Seen in Nordwestuckermark. 

Edda Müller und Florian Profitlich sind Zuzügler aus der Stadt und Quereinsteiger. Sie haben einen alten Gutshof wieder zum Leben erweckt und ihr eigenes quasi einmal auf den Kopf gestellt. Eine Kelterei, die Weinschänke und zwei Ferienwohnungen sind über die Jahre auf dem Gutshof Kraatz entstanden. 

Müller und Profitlich produzieren hochwertige Obstweine und -säfte. Sie wirtschaften getreu dem Motto: Schutz durch Nutzung. Geschützt werden dabei die Kulturlandschaft der Uckermark mit ihren Streuobstwiesen und die genetische Vielfalt der alten Sorten. Doch die Klimaveränderungen machen den Bäumen zu schaffen. Wassermangel und Spätfröste gefährden die Ernte. Profitlich setzt auf Vielfalt im Sortiment. Für die Produkte werden mittlerweile nicht nur 30 alte Apfelsorten, sondern auch Pflaumen, Birnen und Quitten verarbeitet. 

Edda Müller bringt im Restaurant „Weinschänke“ den Wein an den Mann – oder die Frau. Dazu eine wechselnde Speisekarte, die vorwiegend regionale, saisonale und Bio-Produkte enthält. Im Gespräch erklärt sie, wo die Regionalität an Grenzen stößt und warum gute Produkte ihren Preis wert sind. 

Mit seinem Konzept ist der Gutshof Kraatz Partner von Slow Food Deutschland. 2013 wurde er zudem mit dem Klimasonderpreis und 2016 mit dem Tourismuspreis des Uckermärkischen Tourismusverbandes ausgezeichnet. 

Die tmu GmbH hat in 2020 insgesamt 12 Tourismusunternehmen in der Uckermark vorgestellt, um interessierten Bürgern, anderen Anbietern und politischen Entscheidungsträgern einen Einblick in die Unternehmensphilosophie, die vorhandenen Angebote und die Ansätze für einen zukunftsfähigen Tourismus zu geben. Was hat Ihnen gefallen? Worüber möchten Sie mehr erfahren? Was wurde noch nicht beleuchtet, hinterfragt, gezeigt? Möchten Sie noch weitere Anbieter sehen oder lieber bestimmte Themen vertiefen? Interessiert Sie, ob auch andere Unternehmer wie der Bäcker oder Handwerker vom Tourismus profitieren? Schreiben Sie Ihre Anregungen per E-Mail an info@tourismus-uckermark.de Die Ideen fließen in eine neue Videoserie für 2021 ein. 

Liesje Trecking – Tourism for Future

Liesje Trecking

In unserer Serie „Tourism for Future“ stellen wir nachhaltig wirtschaftende Tourismusunternehmen in der Uckermark vor. In der letzten Folge waren wir mit flusslandschaft reisen auf Kanutour im Nationalpark Unteres Odertal. In der Folge für November haben wir auch ein besondere Art der Fortbewegung gewählt und sind in den Planwagen gewechselt zu Liesje Trecking.

Wer im Sommer im Gerswalder Raum unterwegs ist, hat sie sicher schon einmal gesehen, die Planwagen von Liesje Trecking. Stämmige Kaltblutpferde ziehen die rustikalen Fuhrwerke gemächlich die Dorfstraßen und Feldwege entlang. Kutscher kann jeder werden, der sich auf Minimalismus, Natur und das Tempo von 1 PS einlässt.

Nadin Halser ist die Gründerin von Liesje Trecking und stand der tmu Tourismus Marketing Uckermark GmbH für ein ausführliches Gespräch an ihrem Stützpunkt in Friedenfelde zur Verfügung. 2016 hat sie das Planwagengeschäft übernommen, in dem sie vorher schon viele Jahre gearbeitet hatte. Seitdem ist viel passiert: Zu den Planwagenfahrten sind die Tageskutschfahrten und das Pferdwandern hinzugekommen. Seit kurzem können Gäste in einfach aber funktional eingerichteten Unterkünften auf dem Platz in Friedenfelde übernachten. Dort erwarten sie dann auch eine Komposttrenntoilette, die ganz ohne Wasser funktioniert, das Nimm-mich-Regal, in dem Lebensmittel die übrig bleiben, untereinander getauscht werden können sowie Bio-Grillfleisch aus der Uckermark. Für den Vorzeigecharakter im Bereich Regionalität und Nachhaltigkeit erhielt Liesje Trecking 2018 den Uckermärkischen Tourismuspreis. Aber auch für Nadin Halser war 2020 anders als die Jahre davor. „Das Corona-Jahr war Fluch und Segen zugleich,“ sagt sie, „das Geld aus der Vorsaison und jetzt aus der Nachsaison fehlt. Aber durch den Urlaub im eigenen Land sind auch viele Erstbesucher in die Uckermark gekommen. Die Anzahl der Tageskutschfahrten hat sich beispielsweise verdreifacht.“

flusslandschaft reisen – Tourism for Future

In unserer Serie „Tourism for Future“ stellen wir nachhaltig wirtschaftende Tourismusunternehmen in der Uckermark vor. In dieser Folge stellen wir euch flusslandschaft reisen vor. Das Ein-Frau-Unternehmen von Frauke Bennett bietet u.a. geführte Kanutouren im Nationalpark Unteres Odertal und im angrenzenden polnischen Landschaftsschutzgebiet an.

Das Untere Odertal ist der einzige Flussauen-Nationalpark Deutschlands und zählt zu den artenreichsten Lebensräumen. Zu entdecken gibt es jede Menge: Schwimmfarn, Süßwasserkorallen, schwimmende Ringelnattern, Flussperlmuscheln. Auf den Kanutouren werden aktuelle Themen wie Klimawandel, Gewässer- und Moorschutz in einer Flussaue anschaulich gezeigt und mit den Teilnehmern auch diskutiert.

Frauke Bennett profitiert von der Natur und dem Naturschutz und macht es zu ihrem Geschäftsmodell. „Ohne den Nationalpark gäbe es flusslandschaft reisen so sicher nicht“, sagt sie ganz klar. Damit das so bleibt und ihr Konzept auch langfristig aufgeht, übernimmt sie selbst Verantwortung: angefangen bei den Kanus, die regelmäßig gepflegt und auch selbst repariert werden, Paddel aus Holz statt aus Plastik, fortlaufende Anpassung der Routenführung um sensible Bereiche wie z.B. Vogelbrut zu umfahren. Den Gästen empfiehlt sie die Anreise mit Bahn und Rad. Nur das Dieselfahrzeug für den Kanutransport soll in Zukunft durch eine umweltfreundlichere Variante ersetzt werden. Schritt für Schritt nachhaltiger werden, ist auch hier das Motto.

Wassermühle Gollmitz – Tourism for Future

In unserer Serie „Tourism for Future“ stellen wir nachhaltig wirtschaftende Tourismusunternehmen in der Uckermark vor. Wir bleiben in dieser Folge bei den Beherbergungsbetrieben und stellen diesmal Jana und Kai Rogozinski von der Wassermühle Gollmitz im Naturpark Uckermärkische Seen vor.

Der Drehtag: Ein Freitagmittag, Ende August. Ein kompletter Ferienwohnungswechsel steht an, d.h. morgens vier Abreisen, nachmittags vier Anreisen, dazwischen putzen, aufräumen, alles frisch herrichten – und das Interview aufnehmen. Kai Rogozinski nimmt es gelassen. Schnell ist ein lauschiges Plätzchen am Strom, der direkt an der Mühle entlang fließt, gefunden. Als Berliner war Rogozinski auf der Suche nach einer Mühle. Hier in der Uckermark hat er die Wassermühle Gollmitz gefunden und größtenteils selbst restauriert. Altes erhalten, ist sein Motto. Natürliche Baustoffe wie Holz und Lehm geben dem historischen Bauwerk Harmonie.

Die Interviewerin Silke Rumpelt (tmu GmbH) verbindet mit dem Objekt ein ganz persönliches Erlebnis: „Auf Diplomarbeitsrecherche nach historischen Mühlen in der Uckermark traf ich auf die Wassermühle Gollmitz. Damals, 2004, war es eine einzige Baustelle, die Restaurierung voll im Gange. Ich glaube, auch Kai Rogozinski hatte sich zu der Zeit in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, welches Kleinod einmal daraus entstehen würde.“ Und das ist es in der Tat: ein denkmalgeschütztes Objekt liebevoll saniert mit vier Ferienwohnungen, einem Veranstaltungsraum im historischen Mühlenambiente, ein großer Garten mit Sitz- und Rückzugsmöglichkeiten, eine Sauna im Gartenhäuschen und nicht zuletzt ein sich drehendes Wasserrad, das regenerativen Strom für das Haus produziert. Neben dem klassischen Urlaub werden Events wie die Mühlenkonzerte, Kurse wie das Bierbrauen und seit kurzem auch Trauungen im Mühlenraum angeboten. 2010 gab es dafür den Uckermärkischen Tourismuspreis. Seit 2012 ist die Wassermühle Partner im Netzwerk Ferien für‘s Klima. Und am Ende des Interviews stehen auch schon die ersten neuen Gäste vor der Tür…

Offene Gärten Uckermark September 2020 [Gastbeitrag]

Am 05. und 06.09.2020 war in der Uckermark wieder „Offener Garten“. Es war für uns der vorletzte Termin in diesem Jahr. Am Sonnabend ging es am Morgen schon mit Regen los. Wir waren auf alles gefasst. Besucher werden kaum kommen. Es war aber nicht so. Ganz Unerschrockene liefen durch das Gras. Ihre Schuhe waren halb aufgeweicht. Aber die Menschen verstanden uns und die Freude über den Regen.  Da die zwei letzten Sommer sehr trocken waren, wir immer wieder das Klagelied über die Trockenheit gemeinsam sangen, war der Regen für alle nicht mehr so unangenehm. Wir haben ihn akzeptiert.

Am Nachmittag kam die Sonne heraus und die Stimmung stieg. Wir führten viele Gespräche und tauschten uns untereinander aus. Es ging um unsere besonderen Baumarten, Besucher, die vor vielen Jahren mal bei uns waren und jetzt wiederkamen, wunderten sich über das Wachstum der Pflanzen und Bäume. Da um diese Jahreszeit kaum noch Rosen oder Sommerblumen blühen, zählen natürlich andere Werte. Wie z. B. große Gärten angelegt werden, womit man beginnt, wie so ein Landschaftsgarten geplant wird, ob wir bei der Planung professionelle Hilfe hatten, woher wir die vielen fremdartigen Bäume haben, wo sie käuflich zu erwerben sind und vieles mehr.

Natürlich waren auch Rückschläge ein Thema. Die Pflanzen sind Lebewesen und lassen sich nur bedingt vom Menschen in ein anderes Korsett pressen. Das ist immer unser Ausspruch dazu. Warum blühen manche Blumen nicht, wie z. B. Dahlien, die um diese Zeit ein großes Thema sind? Es blüht fast jede Blume, wenn für sie alles passt!

Muss man immer alle Blumen, die man irgendwo gesehen hat, auch besitzen? Das ist die große Frage. Auch auf solche kritischen Antworten gehen wir ein. Im Laufe der Jahre hat sich auch hier unser Anspruch sehr verändert. Wir sind hier der Meinung das Weniger manchmal mehr ist. Welchen Gartentyp favorisiert man. So kann man in einem Landschaftsgarten, wie es unser ist, nicht überall ein Blumenmeer erwarten. In Vorbereitung der Besuche, muss intensiver der Flyer gelesen werden, denn dann weiß man auch annähernd was man erwarten kann.

Jetzt wird unser Garten auf die neue Saison vorbereitet und wir freuen uns am 16./17.01.2021 von 11:00- 15:00 Uhr zum Thema „Lebendige Gärten im Winter“ wieder Besucher begrüßen zu dürfen.

Erwin und Regina Klaus
Landschaftsgarten Christianenhof
✆ +49 39852 3699
rueklaus@t-online.de

Ferienhof „Zur Tabakblüte“ – Tourism for Future

Ferienhof zur Tabakblüte, Friedrichsthal

In unserer Serie „Tourism for Future“ stellen wir nachhaltig wirtschaftende Tourismusunternehmen in der Uckermark vor. Diesmal führt sie uns ganz in den Osten der Uckermark.

Auf dem Ferienhof „Zur Tabakblüte“ verbinden sich Tourismus und Landwirtschaft in idealer Weise. Heidi und Jens-Uwe Dietrich leben in 4. Generation auf dem Hof in Friedrichsthal, gut 10 km nördlich von Schwedt. Von drei Seiten umschließt der Nationalpark Unteres Odertal den beschaulichen Ort und prägt damit das Leben der Dietrichs. Ganzer Stolz der gelernten Landwirte ist die kleine Herde tiefschwarzer Robustrinder der Rasse Black Welsh. Im Sommer grasen sie auf den Weiden im Nationalpark, im Winter fressen sie das Heu, welches Dietrich gemäß der Vogelschutzvorgaben der Nationalparkverwaltung mäht.

Im früheren Stall, wo auch Tabak und Heu lagerten, wurden drei Ferienwohnungen eingerichtet, rustikal mit viel Holz. „Den Gästen die Natur näherbringen sei ihr wichtig“, sagt Heidi Dietrich, „…aber viele erkennen sie nicht mehr selbst. Man muss sie ihnen zeigen.“ Jens Dietrich hat sich weitergebildet und bietet den Gästen nun als zertifizierter Natur- und Landschaftsführer verschiedene Touren an: Eisvogel, Biber, Wiesenbrüter – alles direkt hinter dem Hof. Ein Besuch bei den Rindern steht natürlich auch auf dem Programm. „Ich wünsche mir eine größere Wertschätzung der Landwirtschaft“, sagt Jens Dietrich. Er selbst trägt dazu bei: Neben der artgerechten Haltung steht die Direktvermarktung des Fleisches im Mittelpunkt. Ihn freut besonders, dass nicht nur die Gäste, sondern auch die Uckermärker selbst in seinem Hofladen einkaufen.

Die größte Herausforderung der Dietrichs ist, „immer am Ball zu bleiben und sich neu erfinden.“ Ihre neueste Erfindung: alte Traditionen aufgreifen und ein 4-Tages-Programm schnüren – fertig sind „Die Tabaktage“. Natürlich dürfen die Teilnehmer auch selbst Tabak ernten und zum Trocknen auffädeln. Auch bei Familie Dietrich ist die Corona-Krise nicht spurlos vorbeigegangen. Buchungen wurden über Wochen storniert. Derzeit wird keine Frühstücksversorgung angeboten. „Die Angst, dass man schließen muss oder gar selbst erkrankt, sitzt einem im Nacken.“, gibt Heidi Dietrich zu bedenken. Doch die aktuell hohe Nachfrage bei Übernachtungen stimmt positiv. Auch das Fleisch der letzten Schlachtung ging weg wie warme Semmeln.

NABU-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle – Tourism for Future

Jeden Monat stellen wir hier ein Tourismusunternehmen in der Uckermark in einem kleinen Filmbeitrag vor. Für den Juli haben wir die Blumberger Mühle besucht. Das NABU-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle ist das Hauptinformationszentrum für das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und seine Umgebung.

Nach den anfänglichen Meinungen, ob ein Besucherzentrum auf der grünen Wiese funktionieren kann, zeigen die Verantwortlichen, die Stadt Angermünde und die Gästezahlen ganz klar, dass die Blumberger Mühle mit seinen Angeboten zur Stadt und der Region gehört.

Das Infozentrum hat sich zu einem strategisch guten und beliebten Ausgangspunkt für die Reiseregion entwickelt. Durchgängige Öffnungszeiten, wechselnde Ausstellungen und attraktive Veranstaltungsformate ziehen immer mehr Besucher nach Angermünde und in das Besucherzentrum. Hier wird auf sehr anschauliche Weise und mit vielen thematischen Schwerpunkten die Arbeit und Funktion von Naturschutz gezeigt und gelebt. Das riesige Freigelände, spannende Angebote für Groß und Klein und auch das gastronomische Angebot machen den Ausflug dorthin zu einem erlebnisreichen Tag für die ganze Familie. Dass Nachhaltigkeit von Gästen ganz bewusst nachgefragt wird, unterstreicht auch Elisa Bethker Pressesprecherin der Blumberger Mühle. Unsere Angebote richten sich nach aktuellen Themen und Fragestellungen, aber natürlich wollen wir auch unsere Gäste sensibilisieren und ihnen etwas für zu Hause mitgeben. Das Unternehmensleitbild mit der Überschrift „Einsichten in ökologische, ökonomische und soziokulturelle Systeme vermitteln“ unterstreicht die Arbeit der Blumberger Mühle.

Treibholz Lychen – Tourism for Future

Treibholz Lychen - Tourism for Future

Jeden Monat stellen wir hier ein Tourismusunternehmen in der Uckermark in einem kleinen Filmbeitrag vor. Zuletzt stellten wir im April das Unternehmen Alte Schule Stegelitz vor und für den Mai haben wir ein Interview mit dem Naturcampingpark Rehberge geführt. Jetzt im Juni besuchten wir die Firma Treibholz Lychen. Marcus Thum, Inhaber der Firma Treibholz, wirkt äußerlich ruhig und besonnen, aber die aktuelle Situation lässt auch ihn nicht kalt. Das Gruppengeschäft ist quasi zum Erliegen gekommen. 2/3 seiner Umsätze generiert er daraus. Das Musikfloß kann in diesem Jahr nicht stattfinden, immerhin 13 Konzerte, die ersatzlos wegfallen. „Unabhängig von den Umsätzen, das geht einem selbst sehr nahe. Die zwischenmenschliche Ebene ist schon schmerzlich.“, sagt er betroffen.

1998 hat Marcus Thum das kleine Unternehmen gegründet. Treibholz bietet Kanuverleih, öffentliche und private Floßfahrten sowie das Musikfloß und beschäftigt heute drei feste Mitarbeiter. Daneben arbeitet Marcus Thum mit einer Reihe freier Mitarbeiter zusammen. Das macht die unverwechselbare Atmosphäre aus, wie er sagt. Das merken auch die Gäste.

Treibholz hat eine besondere Tradition von Lychen aufgegriffen. Die historische Flößerei ist seit etwa 1720 hier nachgewiesen. Sie diente in der ursprünglichen Form dem Bauholztransport, vor allem Kiefernholz, bis nach Berlin und Hamburg. Die Flößerei war wichtiger Erwerbszweig und Arbeitgeber in der Region. Mit der zunehmenden Verlagerung des Transports auf die Straße, verlor die Flößerei an Bedeutung. Das letzte Floß legte 1975 in Lychen ab. 1997 wurde das erste Gästefloß in Lychen eingeweiht und das Floßfahren eher ein romantisches Freizeiterlebnis. Seit 2008 darf sich Lychen offiziell „Flößerstadt“ nennen. Die Stadt liegt immerhin zwischen sieben Seen inmitten des Naturparks Uckermärkische Seen. Seit 1996 ist Lychen zudem staatlich anerkannter Erholungsort. Wassersport wie Kanufahren, Stand up Paddling, Angeln und Bootstouren sowie Aktivitäten rund um das Wasser wie Radfahren und Wandern entlang der Seen stehen hoch im Kurs.

Nach mittlerweile über 20 Jahren im Geschäft, betont Marcus Thum, wie wichtig gut funktionierende Netzwerke und verlässliche Partner im ländlichen Raum sind: „Die kann man nicht einfach austauschen, weil er mir nicht passt.“ Sein Geschäft läuft auf und mit dem Wasser. Doch der Wassermangel in der Landschaft und die sinkenden Wasserstände in den Seen nach den letzten zwei trockenen Sommern sind deutlich sichtbar. Das Kanufahren in einem der schönsten Reviere Norddeutschlands wird zunehmend schwieriger. Er wünscht sich „Viel, viel Regen!“ Für einen Touristiker eher ungewöhnlich.