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Uckermark - Einfach schön!

Pilgern auf dem Jakobsweg in der Uckermark

Pilgern direkt vor der eigenen Haustür: Dies ist in der Uckermark auf dem Jakobsweg entlang der Via Imperii von Stettin nach Berlin möglich.

Seit 2020/21 ist es möglich, auch aus der Uckermark direkt vor der eigenen Haustür los zu pilgern. Durch die Reaktivierung der ehemaligen Handelsstraße, der Via Imperii, von Stettin/Szczecin nach Berlin wurde ein weiterer Teilabschnitt im europäischen Wegenetz des Jakobsweges ausgewiesen.

Die Via Imperii war im Mittelalter eine bedeutende Handels- und Wallfahrtsroute, welche die Hansestädte an der Ostsee mit wichtigen Handelsstädten wie Stettin, Berlin, Leipzig und Nürnberg mit Venedig verband. In dieser Zeit wurden Routen wie die Via Imperii auch gerne von Pilgernden auf ihrem Weg nach Jerusalem, Rom oder Santiago de Compostela benutzt, da sie sichere Verbindungen darstellten und eine gewisse Infrastruktur an Gasthäusern, Pensionen oder auch Klöster zum Einkehren und als Unterschlupf für die Nacht aufwiesen. Aus den mittelalterlichen Heer- und Handelsstraßen entwickelten sich über die Jahre Fernverkehrsstraßen für den motorisierten Reisenden, dies macht es heute aus Sicherheitsgründen leider unmöglich, weiterhin auf ihnen zu pilgern. Die Pilgerwege heute orientieren sich zwar am historischen Wegeverlauf, jedoch führen sie weitestgehend durch reizvolle Landschaften, vorbei an kulturhistorischen Orten wie Kirchen, Klöstern und regionalen Sehenswürdigkeiten.

Motive und Trend des Pilgerns

Seit dem 11. Jahrhundert pilgern Menschen auf dem Jakobsweg, dieser wurde im Jahr 1987 vom Europarat zur europäischen Kulturstraße ernannt. Im Mittelalter waren Kirche und Religiosität untrennbar voneinander. Während das frühe Pilgern also religiöser Motivation entstammt und der Buße vor Gott sowie dem eigenen Seelenheil diente, sind es heute vielfach Pilgernde auf der Selbstfindung, welche sich auf Pilgerreise begeben. Einen deutlichen Aufschwung bekam das Pilgern allerdings u. a. durch das Buch „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling im Jahr 2006. Pilgern wurde zum Trend, heute sind jährlich hunderttausend Pilgernde auf dem Jakobsweg unterwegs, sie alle haben das eine Ziel: das Heilige Grab des Apostels Jakobus in der Kathedrale von Santiago de Compostela.

Inzwischen gibt es nicht mehr nur DEN einen Jakobsweg, in Europa ist ein ganzes Wegenetz des Jakobsweges entstanden, Menschen können von fast überall ihre Pilgerreise beginnen, ob nun zu regionalen Wallfahrtsorten oder bis nach Santiago de Compostela, für manche beginnt der Weg sprichwörtlich vor der eigenen Haustüre: So wie in der Uckermark.

Was macht eine Pilgerreise besonders?

Zum einen ist eine Pilgerwanderung oder Wallfahrt auch immer ein soziales Ereignis. Wir begegnen Menschen, die wir so wahrscheinlich nie getroffen hätten. Eine Wanderung auf dem Jakobsweg verbindet, da alle gewissermaßen das gleiche Ziel haben, so können wundervolle Begegnungen und ein wertvoller Austausch zwischen Menschen entstehen. Eine Wanderung auf dem Jakobsweg dient aber auch als Prozess der Selbstfindung und Sinnsuche, der Kopf und die Gedanken werden beim tagtäglichen Wandern klarer. Wir besinnen uns auf das Wesentliche und stellen fest, wie wenig der Mensch eigentlich zum Leben braucht. Dies macht sich auch bei unserem Gepäck bemerkbar.

Das Schöne an einer Pilgerreise vor der eigenen Haustüre ist auch das Kennenlernen unserer Heimat auf neuen Wegen. Denn wie ein altes Sprichwort sagt: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“

Der Jakobsweg durch die Uckermark ist sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Pilger und Wanderer geeignet. Hier findet der Pilgernde viel Ruhe und unberührte Natur zum Nachdenken und Besinnen, auf weiten Strecken ist man fast komplett alleine. Der Weg führt ohne nennenswerte Steigungen über Wiesen, Felder und Wälder, entlang der Oder und vorbei an Seen, durch kleine Orte mit Kirchen, alten Gutshäusern und Gehöften. Beste Bedingungen, um vom Alltag abzuschalten und einen freien Kopf zu bekommen.

Weitere Informationen und den Routenverlauf zum Jakobsweg durch die Uckermark findet ihr auf unserer Webseite: Jakobsweg Stettin – Berlin.

Pilgerpass und Pilgerstempel

Wie fast überall auf dem Jakobsweg könnt ihr euch auch in der Uckermark eure Pilgerreise „bescheinigen“ lassen: Mit dem offiziellen europäischen Pilgerpass oder dem regionalen Pilgerpass der Jakobusgesellschaft Brandenburg-Oderregion e.V.. Letzterer ist kostenlos in den Tourist-Informationen Schwedt/Oder und Angermünde, sowie an weiteren Anlaufstellen entlang der Via Imperii von Stettin nach Berlin erhältlich. In der Kombination mit einem Pilgerbegleitbüchlein mit Informationen zum Weg und meditativen Texten ist er in unserem Online-Shop erwerbbar.

Der Pilgerpass weist euch auf eurer Reise als Pilgernder aus und stellt mit den Stempeln eine schöne Erinnerung dar.

Einen Pilgerstempel auf dem Jakobsweg in der Uckermark gibt es in Schwedt/Oder in der St. Mariä-Himmelfahrtkirche und der Tourist-Information, im Besucherzentrum und Nationalparkladen in Criewen sowie in der St. Marienkirche und der Tourist-Information in Angermünde. (Bitte Öffnungszeiten beachten, frei zugänglich ist nur der Pilgerstempel auf dem Hinterhof der St. Mariä-Himmelfahrtkiche in Schwedt/Oder!). Weitere Stempelstellen entlang des Jakobsweges findet ihr hier.

Regionaler Pilgerpass für die Jakobswege in Brandenburg, Berlin und die Oderregion, Wegeflyer für den Jakobsweg Stettin – Berlin und das Pilgerbegleitbüchlein „Unterwegs mit Dir“.

Buen Camino

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