Liesje Trecking – Tourism for Future

Liesje Trecking

In unserer Serie „Tourism for Future“ stellen wir nachhaltig wirtschaftende Tourismusunternehmen in der Uckermark vor. In der letzten Folge waren wir mit flusslandschaft reisen auf Kanutour im Nationalpark Unteres Odertal. In der Folge für November haben wir auch ein besondere Art der Fortbewegung gewählt und sind in den Planwagen gewechselt zu Liesje Trecking.

Wer im Sommer im Gerswalder Raum unterwegs ist, hat sie sicher schon einmal gesehen, die Planwagen von Liesje Trecking. Stämmige Kaltblutpferde ziehen die rustikalen Fuhrwerke gemächlich die Dorfstraßen und Feldwege entlang. Kutscher kann jeder werden, der sich auf Minimalismus, Natur und das Tempo von 1 PS einlässt.

Nadin Halser ist die Gründerin von Liesje Trecking und stand der tmu Tourismus Marketing Uckermark GmbH für ein ausführliches Gespräch an ihrem Stützpunkt in Friedenfelde zur Verfügung. 2016 hat sie das Planwagengeschäft übernommen, in dem sie vorher schon viele Jahre gearbeitet hatte. Seitdem ist viel passiert: Zu den Planwagenfahrten sind die Tageskutschfahrten und das Pferdwandern hinzugekommen. Seit kurzem können Gäste in einfach aber funktional eingerichteten Unterkünften auf dem Platz in Friedenfelde übernachten. Dort erwarten sie dann auch eine Komposttrenntoilette, die ganz ohne Wasser funktioniert, das Nimm-mich-Regal, in dem Lebensmittel die übrig bleiben, untereinander getauscht werden können sowie Bio-Grillfleisch aus der Uckermark. Für den Vorzeigecharakter im Bereich Regionalität und Nachhaltigkeit erhielt Liesje Trecking 2018 den Uckermärkischen Tourismuspreis. Aber auch für Nadin Halser war 2020 anders als die Jahre davor. „Das Corona-Jahr war Fluch und Segen zugleich,“ sagt sie, „das Geld aus der Vorsaison und jetzt aus der Nachsaison fehlt. Aber durch den Urlaub im eigenen Land sind auch viele Erstbesucher in die Uckermark gekommen. Die Anzahl der Tageskutschfahrten hat sich beispielsweise verdreifacht.“

Wassermühle Gollmitz – Tourism for Future

In unserer Serie „Tourism for Future“ stellen wir nachhaltig wirtschaftende Tourismusunternehmen in der Uckermark vor. Wir bleiben in dieser Folge bei den Beherbergungsbetrieben und stellen diesmal Jana und Kai Rogozinski von der Wassermühle Gollmitz im Naturpark Uckermärkische Seen vor.

Der Drehtag: Ein Freitagmittag, Ende August. Ein kompletter Ferienwohnungswechsel steht an, d.h. morgens vier Abreisen, nachmittags vier Anreisen, dazwischen putzen, aufräumen, alles frisch herrichten – und das Interview aufnehmen. Kai Rogozinski nimmt es gelassen. Schnell ist ein lauschiges Plätzchen am Strom, der direkt an der Mühle entlang fließt, gefunden. Als Berliner war Rogozinski auf der Suche nach einer Mühle. Hier in der Uckermark hat er die Wassermühle Gollmitz gefunden und größtenteils selbst restauriert. Altes erhalten, ist sein Motto. Natürliche Baustoffe wie Holz und Lehm geben dem historischen Bauwerk Harmonie.

Die Interviewerin Silke Rumpelt (tmu GmbH) verbindet mit dem Objekt ein ganz persönliches Erlebnis: „Auf Diplomarbeitsrecherche nach historischen Mühlen in der Uckermark traf ich auf die Wassermühle Gollmitz. Damals, 2004, war es eine einzige Baustelle, die Restaurierung voll im Gange. Ich glaube, auch Kai Rogozinski hatte sich zu der Zeit in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, welches Kleinod einmal daraus entstehen würde.“ Und das ist es in der Tat: ein denkmalgeschütztes Objekt liebevoll saniert mit vier Ferienwohnungen, einem Veranstaltungsraum im historischen Mühlenambiente, ein großer Garten mit Sitz- und Rückzugsmöglichkeiten, eine Sauna im Gartenhäuschen und nicht zuletzt ein sich drehendes Wasserrad, das regenerativen Strom für das Haus produziert. Neben dem klassischen Urlaub werden Events wie die Mühlenkonzerte, Kurse wie das Bierbrauen und seit kurzem auch Trauungen im Mühlenraum angeboten. 2010 gab es dafür den Uckermärkischen Tourismuspreis. Seit 2012 ist die Wassermühle Partner im Netzwerk Ferien für‘s Klima. Und am Ende des Interviews stehen auch schon die ersten neuen Gäste vor der Tür…

Alte Schule Stegelitz – Tourism for Future

Alte Schule Stegelitz - Tourism for Future

Jeden Monat stellen wir hier ein Tourismusunternehmen in der Uckermark in einem kleinen Filmbeitrag vor. Im Januar startete die Kampagne mit dem Feriendorf Groß Väter See und im Februar haben wir einen Blick hinter die Kulissen des Campingplatzes am Dreetzsee im Boitzenburger Land geworfen. Im März ging es in den kleinen Ort Dreesch mit dem Unternehmen Dreesch7. Nun im April stellen wir das Unternehmen Alte Schule Stegelitz vor. Die beiden Uckermark-Liebhaber, Andreas Winter und Monika Danz schätzen seit langem die Region vor allem die naturräumliche Ausstattung mit den vielen Seen, die „Unvollständigkeit“ und das damit noch Vorhandensein von Möglichkeiten zur Gestaltung.

Seit Januar 2018 betreiben die beiden selbsternannten „Stadtflüchtlinge“ die Alte Schule in Stegelitz. Dem etablierten Standort in Mitten der Uckermark, direkt am Radfernweg Berlin-Usedom versuchen die beiden Stück für Stück neues Leben einzuhauchen und auch ihre Visionen von Ganzheitlichkeit einzubringen. Die alte Bausubstanz des Haupthauses, das Gästehaus und der große Garten bilden die Entwicklungspotentiale auf dem Anwesen nahe der Kirche im Ort. Neben dem eigenen Engagement auf dem Hof zur behutsamen Rekonstruierung mit nachhaltigen und ökologischen Baustoffen hat das Einbringen in die Dorfgemeinschaft und konkretes Handeln in vielen Projekten für Andreas Winter hohe Priorität. Besondere Potentiale für die weitere Entwicklung der Region sieht er in der Vernetzung von Akteuren und einem neuen „Behörden-Verständnis“.